Die Kerpener Heimatfreunde trauern um Dr. Klaus Pabst

Akademischer Rat a.D. und Träger des Hecking-Schildes
* 14. August 1934 † 24. März 2026


Noch auf der Mitgliederversammlung am 26.03.2026 dankten die Kerpener Heimatfreunde ihrem jahrzehntelangen Mitglied Dr. Klaus Pabst für sein besonderes Engagement für den Verein – nicht ahnend, dass er schon zwei Tage zuvor verstorben war. Am 08.04.2026 verabschieden wir uns von Klaus Pabst mit einer Messe in der St. Rochus-Kirche zu Balkhausen in Kerpen-Türnich.
Klaus Pabst und seine Frau Gisela geb. Neupert, die schon vor einigen Jahren verstarb, lebten seit 1971 in der damaligen Gemeinde Türnich im soeben errichteten Wohnpark am Schloss Türnich. Von ihrer Wohnung im obersten Geschoss konnten sie sowohl die Eifel als auch den Kölner Dom sehen. Diesen grenzenlosen Rundumblick liebten beide sehr.

Klaus Pabst Vortrag Ostbelgien Grenz Echo


Als 1975 der Verein der Heimatfreunde Stadt Kerpen nach der Kommunalen Neuordnung seinen Sprengel auf die neuen Stadtgrenzen ausdehnte, wurde der in Türnich wohnende Klaus Pabst Mitglied bei den Heimatfreunden. In den 51 Jahren seiner Mitgliedschaft engagierte er sich immer wieder insbesondere für die historische Arbeit des Kerpener Vereins. Aus seiner Feder stammt zum Beispiel ein Beitrag über die Türnicher Bürgermeister Franz und Eugen Broel. Ohne seine unersetzliche Mitarbeit wäre die Herausgabe der deutschen Fassung der Dissertation von Juan Antonio Vilar Sánchez über Kerpens spanische Zeit nicht möglich gewesen. Er nahm aktiv an vielen Veranstaltungen der Heimatfreunde teil, solange es ihm körperlich noch möglich war. Auch danach blieb er ein engagierter und wertvoller Ratgeber.
Im Sommer 2025 überraschte er uns mit dem Angebot einer potentiellen Förderung für unser archäologisches Projekt durch die Treuhandstiftung Pabst der Friedrich Wilhelm Raiffeisen-Stiftung in Bad Dürkheim. Dass die Stiftung auf unserem Antrag eine Fördersumme von 5.000,00 € bewilligte, war nach Auskunft der Stiftungsgremien allein Dr. Klaus Papst zu verdanken, der sich ausdrücklich für unser Projekt ausgesprochen hatte. Diese Nachricht ließ ein arbeitsreiches Jahr für den Verein erfolgreich und dankbar zu Ende gehen. Einen für dieses Frühjahr geplanten Besuch in unserer Projekt-Ausstellung können wir nun leider nicht mehr realisieren.
Klaus Pabst wurde 1934 in Aachen geboren. Nach einem Fliegerangriff auf Aachen im April 1944 lebte er ein Jahr in Eupen und wurde nach dem Kriegsende wie alle Deutschen ausgewiesen. Zunächst studierte er Eisenhüttenkunde an der RWTH Aachen und ab 1955 in Köln und München Geschichte und Deutsch. 1963 wurde er an der Kölner Universität mit seiner Dissertation „Eupen-Malmedy in der belgischen Regierungs- und Parteienpolitik von 1914 bis 1940“ promoviert, die 1964 vom Aachener Geschichtsverein publiziert wurde und seine lebenslange Verbindung zu Ostbelgien verdeutlicht. Im Anschluss an die Promotion schloss sich am Institut für Archivwissenschaften in Marburg die Ausbildung zum wissenschaftlichen Archivar an.
In seiner folgenden 33jährigen Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Universität zu Köln konnte sich Klaus Pabst ganz der Landeskunde widmen, wobei er in zahlreichen Schriften die Geschichte des Rheinlandes, der Moderne und Ostbelgiens thematisierte. Er blieb sein Leben lang ein Grenzgänger, der immer wieder auch den deutsch-belgisch-niederländischen Grenzraum untersuchte und im Vergleich darstellte. Auch Pabsts zahlreiche biografische Skizzen unter anderem zu Konrad Adenauer oder Paul Henri Spaak zeichneten ihn aus. Ostbelgien blieb Klaus Pabst weiter verbunden, indem er brisante Themen über oft anschauliche Beispiele nicht nur entschärfte, sondern auch humorvoll kommentierte – wie beispielsweise die ostbelgischen Reaktionen auf die Fußballweltmeisterschaft 1954.
1998 ging er als Akademischer Direktor in den Ruhestand. Verdientermaßen zeichnete der St. Vither Geschichtsverein „Zwischen Venn und Schneifel“, dem der Kerpener Heimatverein freundschaftlich verbunden ist, Dr. Klaus Pabst mit dem Dr.-Anton-Hecking-Schild für sein Lebenswerk aus.
Mit seinem Tod verlieren Kerpen und Ostbelgien einen prägenden Impuls- und wertvollen Ratgeber für die historische Arbeit. Er wird uns fehlen und immer ein Vorbild bleiben.