16. Radtour zum Tag des offenen Denkmals 2021

Kerpener Heimatfreunde radelten am Tag des offenen Denkmals zu den jüdischen Kulturdenkmalen im Kerpener Stadtgebiet

Schon traditionell laden die beiden Vorsitzenden des Vereins der Heimatfreunde, Susanne Harke-Schmidt und Rolf Axer, am Tag des offenen Denkmals zu einer Radtour ein. Anlässlich der Veranstaltungen im Rahmen des Gedenkenjahrs „1700 jüdisches Leben in Deutschland“ radelten die 33 Teilnehmenden unter Leitung der Vorsitzenden und Stadtarchivarin Susanne Harke-Schmidt eine etwa 30 km lange Strecke zu den jüdischen Kulturdenkmalen im Kerpener Stadtgebiet.

Um 11:00 Uhr startete die Gruppe nach einer kurzen Einführung am Stiftsplatz. Entlang der Stiftsstraße mit vielen Wohn- und Geschäftshäusern der jüdischen Familien ging es zur Antoniterstraße, dem Standort der ehemaligen  Synagoge und jüdischen Schule, danach zu den Stolpersteinen an der Bachstraße für die Familie Schwarz, dort wurden auch die anderen Stolpersteine in Kerpen für die Familien Roer, Brünell und Capell thematisiert. Durch den Broichwald und entlang der Erft ging es zur ehemaligen Metzgerei der Familie Levy an der Brüggener Straße und dem „Partiewarenhaus“ von Philipp Baehr, der weitere Filialen in Kerpen und Horrem hatte. Anschließend wurde der jüdische Friedhof in Brüggen, einer von drei im Kerpener Stadtgebiet besichtigt. Am Rand des ehemaligen Tagebaus Berrenrath und der Bahnlinie Liblar-Horrem ging es über das Marienfeld weiter nach Horrem zum dortigen Sitz des Warenhauses Baehr und den Wohnhäusern der Familien Hermanns und Cohen.

Am jüdischen Friedhof in Sindorf erfuhren die Radelnden nicht nur die Geschichte des Friedhofs, der in der NS-Zeit für landwirtschaftliche Zwecke genutzt und dann 1948 auf Druck des Horremer Juden Kurt Hermann als Gedenkstätte eingerichtet wurde, sondern auch der Sindorfer Synagoge. Vor den beiden Häusern der Familien Levy und Nathan werden am 8. Dezember Stolpersteine für die Familienmitglieder verlegt. Bei der Rast in der Gaststätte Wilkens zeigte sich die gesamte Gruppe beeindruckt von den Informationen.

Auf dem ältesten und größten jüdischen Friedhof in Kerpen, Auf dem Bürrig, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Geschichte des Friedhofs und die vieler dort beigesetzter Menschen informiert.
Am Schauplatz der Deportation der letzten 31 noch in Kerpen lebenden jüdischen Kinder, Frauen und Männer am 18. Juli 1942 vom Ghettohaus am Filzengraben, die auf einem Foto dokumentiert wurde, erfuhren die Radfahrerinnen und Radfahrer u.a., dass niemand der 31 Menschen überlebt hat, sondern dass alle ermordet wurden. Schließlich fuhren alle sehr bewegt und voller Informationen über die ehemaligen jüdischen Nachbarn nach Hause.

Susanne Harke-Schmidt
Vorsitzende

 

 

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